Seit zwei Jahren auf Kurs

Editorial

Geschätzte Leserinnen und Leser

Vor zwei Jahren, am Europäischen Aktionstag für Journalismus, hat Neuland im Basler Rheinhafen «Ostquai» die Anker gelichtet und sich auf eine Reise in unbekannte Gewässer begeben. Trotz heftigem Sturm, der über die Medien zurzeit hinwegfegt, ist Neuland weiterhin auf Kurs. Neuland verbindet Journalismus mit Kunst, Musik, Film und Fotografie sowie Print mit elektronischen Medien. Neuland bewegt und ist bewegt, Neuland ist sinnlich, ästhetisch, informativ und tiefgründig.

Ging Neuland zu Beginn noch jeden Monat online, erscheint Neuland heute alle zwei Monate. Nur so kann die enorme Arbeit, die hinter jeder Ausgabe steckt, vom ehrenamtlich arbeitenden Team bewältigt werden. Zur festen Neuland-Crew gehören (in alphabetischer Reihenfolge): Corinne Buchser (freie Journalistin, Bern), Bianca Dugaro (Künstlerin und Fotografin, Biel), Lena Eriksson (Künstlerin und seit der ersten Ausgabe dabei, Basel), Anita Hugi (Redaktorin SRF und Neuland-Gründerin, Zürich), Claudia Salzmann (Webredaktorin, Bern), Judith Stofer (freie Journalistin/Publizistin und seit Beginn dabei, Zürich) sowie Jan Voellmy (Künstler und Designer, Zürich). Neuland wird vor allem von Freischaffenden gemacht und arbeitet hauptsächlich mit Freischaffenden zusammen.

Neuland greift aktuelle Themen aus dem In- und Ausland auf und setzt auch eigene Akzente. In dieser Ausgabe schaut Neuland in den Iran. In einem Interview mit dem Nahost-Experten Michael Lüders geht die Zürcher Journalistin Charlotte Heer der Frage nach den Folgen eines Angriffs auf den Iran nach. Den Iran anzugreifen, wäre dies der eine Krieg zu viel? Michael Lüders ist sich sicher, dass selbst unsere düstersten Phantasien nicht ausreichen würden, um sich die Folgen eines Angriffes ausmalen zu können. Der iranische Filmjournalist Mehdi Abdollahzadeh beschäftigt sich mit der iranischen Exil-Film-Kultur und Bahman Ghobadis neuestem Film «Rhino’s last poem».

Neuland nimmt aber auch das Nahe und Alltägliche in den Blick. Corinne Buchser ist den Schweizer Strassen und Wanderwegen nachgegangen und beschreibt, was für Gift sich in den Belägen versteckt. Jürg Inniger gibt Denkanstösse, wie das gleiche Recht auf die Welt neu verhandelt werden könnte. Die Basler Juristin Denise Buser stellt die Frage, warum sich man(n) mit Frauen als Priesterinnen in der römisch-katholischen Kirche schwer tut. Und: Neuland zeigt rare Filmdokumente einer Reise jenseits von Zentropa durch den bedrohlichen Karfunkel-Archipel des Igor Leschenko.

Mit einem fulminanten, rund zweistündigen Mixtape stösst Barbara Nägelin auf den zweiten Geburtstag von Neuland an. Nägelin: «Es ist eine Geburtstagstorte mit einer dicken Schlagrahmhaube, in der viel drin steckt: viel Zucker und etwas Krokant, das eine oder andere Smartie sowie silbrige Zuckerperlen, die zwischen den Zähnen knacken und überraschendes Brausepulver freigeben. Es hat vermutlich sogar kandierte Früchte drin, gebrannte Mandeln, Karamell und obendrauf zwei Wunderkerzen.» Wir wünschen Ihnen viel Genuss beim Verzehr der Neuland-Geburtstagstorte und viel Vergnügen mit den anderen Beiträgen. Wir freuen uns sehr, dass Sie immer wieder Neuland betreten, Freundinnen und Bekannte auf Neuland aufmerksam machen und – nicht unwichtig – ein Abonnement lösen. Herzlichen Dank!

Für das Neuland-Team: Judith Stofer

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