NEULAND 17

Editorial

Liebe NEULAND-Besucherinnen, Liebe NEULAND-Besucher,

Wir freuen uns sehr, Sie rechtzeitig zum Frühlingsbeginn zu unserer neuen Ausgabe zu begrüssen und Sie einzuladen, erneut NEULAND zu betreten!

Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe ist die Lausitz. Jene Gegend im Osten Deutschlands also, in der die Minderheit der Sorben zu Hause ist.

Die Fotografin Miriam Künzli hat sich aufgemacht, um mehr über das Leben dieses westslawischen Volks zu erfahren. In ihrer Arbeit «Krabatland» zeigt sie Bilder von Menschen, deren Geschichte und Kultur mit der Landschaft verwurzelt ist. Eine Landschaft, die jedoch wie die Existenz der Sorben gefährdet ist. Denn der Braunkohle-Tagebau frisst sich ins sorbische Land hinein, ganze Gebiete werden verwüstet, ganze Dörfer abgebaggert.

Was es heisst, im Blickfeld der Braunkohlelobby zu stehen, das zeigen die deutsche Journalistin Claudia Krieg und der deutsche Fotograf Mark Mühlhaus im Artikel «Über der Kohle wohnt der Mensch».

«Kein Dorf wird mehr abgerissen», versprach man den Betroffenen nach der Wende. Doch davon will der schwedische Konzern Vattenfall nichts wissen.

Foto: Mark Mühlhaus

Ungeachtet der verheerenden Klimabilanz von Braunkohle plant der Energieriese verschiedene neue Tagebaue. Und wie zu DDR-Zeiten sollen Tausende von Menschen umgesiedelt werden. Die Ohnmacht der Menschen in der Lausitz ist gross, doch sie beginnen sich zu wehren.

Wissen Sie, was freie Musik ist? Hören Sie rein ins Mixtape von Hernani Marques und sie werden es akustisch erleben!

Befreiend wirkt auch die Animation von Varsha Nair. Für die tanzende Figur hat die Künstlerin Kapitel 9 des indischen Verhaltenskodex «Manusmriti» durchlocht: Kapitel 9 definiert die Rolle der Frau in der hinduistischen Gesellschaft.

Um die Rolle der Frau geht es auch im soeben erschienenen Buch «Die unheilige Diskriminierung». Denise Buser geht darin der Frage nach: Was ist höher zu gewichten, Religionstraditionen und Gesetze oder Gerechtigkeit? Lesen Sie auf Neuland einen exklusiven Auszug: das Interview mit der ersten Rabbinerin der Schweiz.

«Die Angere hei o nä Name» schreibt der Schriftsteller Pedro Lenz zur sogenannten Masseneinwanderungsinitiative der SVP. Lenz zeigt, was passiert, wenn man gegen eine heraufbeschworene Masse abstimmt: Es trifft die Menschen.

Ja, wir wollen über die Wachstumsproblematik diskutieren. Aber weshalb wird diese Diskussion auf dem Buckel der Ausländer geführt? Müsste man nicht viel mehr das neoliberale System und unser Anspruchsdenken in Frage stellen? Oder ging es bei dieser Abstimmung vielleicht gerade darum, dieses System noch zu stärken, um über ein Heer von rechtlosen Billiglohnarbeitenden zu verfügen?

Ihr NEULAND, Bianca Dugaro, Lena Eriksson, Anita Hugi, Judith Stofer, Louisa Schmitt und Corinne Buchser

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