Neuland 11

Editorial

Der Wissenschaftler Auguste Piccard bei seinem zweiten Aufstieg in die Stratosphäre in der Gondel seines Ballons, aufgenommen am 18. August 1932 in Dübendorf. (KEYSTONE/IBA-Archiv/Str)

Liebe Leserinnen und Leser,

Vor 80 Jahren um die Welt: Mit einem Bild von August 1932 des Abenteurers Auguste Piccard möchten wir Sie zu dieser neuen Ausgabe von Neuland begrüssen und Sie hiermit einmal gleich direkt auf die letzte Seite unseres digitalen Heftes hinweisen: auf die Fundstücke, in denen wir in jeder Ausgabe sachdienliche Hinweise auf besondere Kulturerscheinungen, Ausstellungen, Bücher machen, die in den grossen Medien kaum Beachtung finden – aber denen Beachtung gebührt!

Das Bild ist eine der zahlreichen Ikonen einer kleinen, feinen Ausstellung in der Sternwarte Zürich, in der Sie zur Zeit auf kleinstem Raum und in kürzester Zeit eine Reise durch die Schweizer Fotografiegeschichte unternehmen können. Nebst den Kurzstücken in den Fundstücken liefern wir Ihnen auch in der neuen Neuland-Ausgabe wieder weiterführende Hintergrundlektüre aus freier Mitarbeit – und zum Themenschwerpunkt der elften Ausgabe auch einen Dokumentarfilm.

THemenFokus SÜdeuropa

Im Themendossier geht es um Krieg – und vor allem um das Leben nach dem Krieg, 20 Jahre nach dem Bürgerkrieg im Balkan. Sie lernen zwei Biographien kennen –  eine von ihnen schrieb sich in der Schweiz fort: jene des damals 10-jährigen Mädchens Alma Redzic, das in der Schweiz aufwuchs. Jochen Töpfer liefert eine Analyse zur aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation Südeuropas.

Die Journalistin Renate Metzger-Breitenfellner und die Fotografin Conny Kipfer erinnern in ihrem Dokumentarfilm an Srebrenica. Dem Leben nach dem Massaker und nach dem Krieg, der Hoffnung und auch den Wunden, die er zurück lässt, widmet sich ihr Dokumentarfilm und auch das dazugehörige Buch «Und was kommt morgen?», aus dem Sie in der aktuellen Neuland-Ausgabe eines der Porträts lesen können.

Vor 120 Jahren wurde in Capriasca Ticino die spätere südamerikanische Dichterin Alfonsina Storni geboren, an welche wir mit einem vergriffenen und nun neu digital publizierten Text des Zürcher Autors und Filmers Peter K. Wehrli erinnern.

Unser Kolumnist und Germanist Steffen Lietz empfiehlt in der aktuellen Ausgabe ein kleines Buch, das in jede Jackentasche passt – und wieder eine ganze Welt in sich birgt: dieses Mal jene hinter dem polnischen Ort Dukla.

Vor 125 Jahren nahm die ominöse Kurzsprache Esperanto ihren Anfang. Aus La Chaux-de-Fonds und dem dort ansässigen internationalen Esperanto-Zentrum berichtet exklusiv für Neuland Christian Walther. Zudem können Sie in der Rubrik ein Kurzporträt des in Biel in der ganzen Stadt bekannten Esperanto-Meisters Parzival aufschlagen.

Peter Polter war in Mali und bringt uns ein frisches Auberginen-Repezpt aus der Küche der Dogon mit. Weitere Küchen- und Energiespartipps inklusive Menue-Vorschlägen liefert aktuell Corinne Buchser, oder genauer gesagt, eine 65jahre alte Zeitung, die sie bei einer Renovation unter einer Diele hervorzog – und für Neuland vom zart vergilbten Papier des alten Bunds abtippte und kommentierte. Von unter den Deckeln, den Sargdeckeln, berichtet dieses Mal Hans Stofer aus London.

Das Porfolio stellt den Künstler und Fotografen Luca Schenardi vor. Im Interview mit Corinne Buchser gibt er weitere Einblicke in seine Arbeit und auch in das, was ihn in seiner Arbeit an- und auch umtreibt.

Wir wünschen Ihnen auf Neuland viele nachhaltige Begegnungen, thematische Abenteuer – und auch Stille. Mit einem Gedicht aus dem Band «Sternbild eines Kindes» der vor 90 Jahren im Aargau geborenen Lyrikerin Erika Burkart wünschen wir Ihnen einen schönen Sommer, der nun endlich begann, und immer wieder – Aufbruch. Anfang.

«Die stets erneuerte Bitte,
solange ich bin
einige Dinge
zu sehen im Licht
unbegründeter Hoffnung.»

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